Atelierhaus Altes Güteramt

Das Atelierhaus Altes Güteramt im Jungbusch-Hafen beherbergt die Ateliers von 18 Kunstschaffenden internationaler Herkunft verschiedenster zeitgenössischer Genres. Mehrmals im Jahr finden Ausstellungen mit GastkünstlerInnen und weitere Veranstaltungen statt. Damit leistet das Haus einen wichtigen künstlerischen Beitrag zur freien Kunstszene im Südwesten.
(48) Anette Wesseling
zu Gast bei Inessa Siebert

Installation, Skulptur, Zeichnung
Die Arbeiten von Annette Wesseling richten sich auf die Visualisierung ephemerer
Erscheinungsformen. Ihre experimentelle Arbeitsweise ist durch ein konzentriertes
Wechselspiel von Aufbau, Reduktion und Zufall geprägt.
In temporären Versuchsanordnungen bringt sie verschiedene Medien mit natürlichen
Umwelteinflüssen zusammen. So werden beispielsweise farbige Baumwolltücher
mehrmals gefaltet und über einen längeren Zeitraum von mehreren Monaten oder
Jahren im Freien dem natürlichen Sonnenlicht und der Witterung ausgesetzt.
Die Farben der Tücher verblassen im UV-Licht und im Laufe der Zeit wird ein
verborgenes ästhetisches Potential sichtbar. Durch den Vorgang des Faltens in Kooperation
mit der Natur werden ephemere Vorgänge in den gestalterischen Prozess
involviert, bis konkrete Bildkonstruktionen aus Licht und Zeit entstehen.

(49) Barbara Hindahl

Zeichnung und Raumzeichnung
Ein Fliesenleger hat mit einer Kammspachtel Klebstoff für Linoleum auf den Boden aufgebracht. Der Bodenbelag wurde heruntergerissen. Durch einen glücklichen Zufall sind die Klebstoffrillen übriggeblieben. Kaum sichtbar auf dem dunklen Boden hat die zeichnerische Geste des Fliesenlegers überdauert, die sich in den Armbewegungen äußert, mit denen er den Klebstoff aufgetragen und über den ganzen Boden verteilt hat. Die zeichnerische Bewegung von Barbara Hindahl macht die Dynamik der aufgetragenen Rillen sichtbar und überschreibt sie zugleich.
Erst indem Barbara Hindahl die Zeichnung des Fliesenlegers mit ihrer Frottage
überschreibt, wird sie offen gelegt. Kaum sichtbar auf dem dunklen Boden
hat die zeichnerische Geste des Fliesenlegers überdauert, die sich in
den Armbewegungen äußert, mit denen er den Klebstoff aufgetragen
und über den ganzen Boden verteilt hat. Durch einen glücklichen Zufall
sind die Klebstoff-Rillen übriggeblieben, als der Bodenbelag
heruntergerissen wurde. Die Frottage macht die körperliche Geste
sichtbar, mit der ein Fliesenleger mit einer Kammspachtel Klebstoff auf
den Boden aufgebracht hat.

(50) Claus Stolz


Fotografie, Promptografie
Von der "analogen Anarchie" des durch Sonneneinstrahlung zerstörten Filmmaterials über die Kammerspiel-Serie bis zu den neuen Promptografien: Ist bei den Sonnenaufnahmen das Bild identisch mit dem Motiv, überraschen die "Lichtbilder" durch die Schönheit des fotografischen Materials und die "Kammerspiele" durch ihre surreale Authentizität. So wird in Stolz’ jüngsten Arbeiten der "Imagine"-Serie die Idee zum Motiv. Die Natur, das Paradies, ein befremdlicher Kosmos – neu gebaut und doch vertraut, obwohl so nie gesehen. Tiere wachsen aus Pflanzen, oder ist es umgekehrt? Symbiose, Mimese, Materie, Mutation. Schönheit gepaart mit Unbehagen.
Licht, Material, Daten, Code und Idee – Fotografie ist für Claus Stolz gleichermaßen Prozess, Transformation und Subversion.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen
https://www.instagram.com/clausstolz/

(51) Frederike Stang


Installation, Objekte, Druckgrafik
Die künstlerische Praxis von Frederike Stang bewegt sich zwischen Papierarbeiten, Objekten, Installationen und installativen Raumkonzeptionen.
Vorrangig steht die Frage, wie sich Materialität, Form und Raum gegenseitig beeinflussen.
Im Zentrum stehen oft prozesshafte, organisch wachsende Strukturen und Objekte, die sich wulstartig und weich im Raum entfalten, ihn besetzen und gemeinsam ein Spannungsfeld erzeugen. Die entstehenden Installationen oszillieren zwischen Oberfläche und Tiefe, zwischen materieller Präsenz und immaterieller Wirkung.
Ein Zustand kontinuierlicher Transformation und andauerndem Beobachten,Entdecken und Erinnern, um neue Kontextualisierungen schaffen zu können.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen

(52) Gaby Peters/Denise Winter


Bildhauerei, Performance
Laufende Wäschespinnen, Tellerjongliermaschinen, gipsgefüllte, aufblasbare
Riesenschwäne – Bildhauerei und Objektkunst bilden den Schwerpunkt der Arbeit von Gaby Peters, Idee und Experiment die Basis. Funktionalität und die autonome Bewegung von Objekten sind wiederkehrende Themen. Es entstehen komplexe, sich verweigernde Maschinen, stoische Objekte, verfremdete Readymades, Collagen und Videoarbeiten.
Zu den Offenen Ateliers begrüßt sie Denise Winter. Diese entwickelt ihre Arbeiten aus genauer Betrachtung ihrer persönlichen Lebens- und Erfahrungswelten. Mit verschiedenen Techniken und Materialien entstehen konzeptionelle, subtile und poetische Objekte, Zeichnungen und Installationen, die sich oft auf vorhandene Räume beziehen.
Zusammen zeigen sie die Videoperformance „Gut zu wissen, dass alles besser wird.“ (2012).
Beim Vorlesen der Glückskeks-Botschaften wird dieser Titel gebende Satz zur ironischen Formel
– in einer von Krisen geprägten Gegenwart erhält er neue, vielschichtige Bedeutung.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18,
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen

(53) haru apa nyx

haru apa nyx arbeitet vorrangig mit Performance, performativen Bildern und Kostüm.
Mitunter experimentiert sie mit autofotografischen Methoden und versucht so, körpereigen Grenzen zu transportieren und zu entfremden. Die wichtigste Inspiration ist die Anerkennung einer Natur, die selbst als ritualisierter Kulturort erscheint und somit diese Dichotomie in Frage stellt.
Blüten und ihre Körperlichkeit, lebendiger und fleischlicher Stein.
haru apa nyx (*1996 in Ulm) studierte von 2014 bis 2019 an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Marijke van Warmerdam. Dort erhielt sie 2018 ein Stipendium der Heinrich-Hertz-Gesellschaft. Ein Studium der Klassischen Philologie nährte ihre künstlerische Praxis im Spannungsfeld Muse – Medium. Im Sommer 2023 wirkte sie beim ecosexual walk THE EARTH AS LOVER mit Annie Sprinkle und Beth Stephens auf der BUGA23 und in der Kunsthalle Mannheim mit, sowie erneut 2024 im Lantzscher Skulpturenpark in Düsseldorf. Sie arbeitet seit 6 Jahren in Mannheim.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18, 1.OG
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bushaltestelle: Güteramt
www.instagram.com/haru_apa_nyx/
Portraitfoto: Dennis Wendlinger

(54) Inessa Siebert

Installationen
Inessa Sieberts Kunst liegen existenzielle Beobachtungen vom Menschen, seinem Gebrauch von Sprache, seiner Sozialisation und dem Verhältnis zur Umwelt zugrunde. Den
Fragen, die sich daraus ergeben, geht sie in unterschiedlichen Ausdrucksformen nach.
Kann man abstrakte Begriffe wie zum Beispiel „die Frage“, „Erinnerung“, „Identität“ oder „Vergänglichkeit“ vergegenständlichen? Welche Beschaffenheit haben sie?
In ihrer Arbeit setzt Inessa Siebert oft Fundstücke ein, die eine Gebrauchsgeschichte in sich tragen, oder textiles und organisches Material, dessen Haptik die Künstlerin als elementare Erfahrung begreift, die den Menschen sein ganzes Leben begleitet.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18,
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: Linie 6, Haltestelle Handelshafen.

(55) Jeroen Jacobs
zu Gast bei Barbara Hindahl


Bildhauerei
In seiner künstlerischen Arbeit entwickelt Jacobs Gestaltungsprozesse,
in denen die Eigendynamik des Materials und die Energie der bildhauerischen
Handlung einen Widerspruch zum alltäglichen Materialverständnis erzeugen.
Ziel ist es, dem Material einen eigenen Ausdruck zu verleihen, in dem sich
Formaspekte, die aus der Eigenart des Materials entstehen, und kontrollierte
skulpturale Formgebung zu einem untrennbaren Ganzen verbinden.
Während Beton z.B. meist als konstruktives Material verwendet wird
indem er präzise in jene Form gebracht wird, die eine rationale, ökonomische
Organisation ermöglicht, macht er in seinen Betonskulpturen die amorphen,
entropischen Tendenzen des Materials zum Thema.
Seine Vorgänge sind so konzipiert, dass die Neigung zur Formlosigkeit
weder verdeckt noch überwunden, sondern sichtbar gemacht wird.
1968, Helmond NL, lebt und arbeitet in Berlin
Ausbildung
1988-1992 Hochschule für Kunst und Gestaltung ’s-Hertogenbosch NL
1993-1995 de Ateliers Amsterdam NL

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18,
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen

(56) Matthias Bacht
zu Gast bei Barbara Hindahl


Malerei
Matthis Becht studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Rita McBride, Hubert Kiecol und Martin Gostner. Ab 2007 wurde er dabei von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Seit 2013 ist Becht wieder in der Region ansässig. Er wirkt neben der künstlerischen Arbeit auch in der Formierung des Künstlerhauses „Haus am Wehrsteg“ in Heidelberg. In seinen Werken spielen Konstruktivismus und Medienwechsel sowie die zeichnerisch scheinende Aufnahme von Architektur eine Rolle. Aktuell arbeitet er an einem Kunst-am-Bau-Projekt und wie schon seit vielen Jahren auch mit Textil und Faltungen.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18,
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen
www.instagram.com/matthis_bacht

(57) The Wrong Place
& Maquis Mami Wata


The Tears of Babylon - Bern / Uwe Sennert - Berlin / Thomas Schoenberger & Stefan Wäldele - Mannheim / Jens Stickel -Legelshurst / Aljoscha Heims – Halle / Freddy Witz – Berlin / Maria Spät – Mannheim / Alena Moschinski - Mannheim-Stuttgart / Daria Wilfing – Mannheim / Agnes Tebda Talato – Ouagadougou / André Napougba Kané – Ouagadougou / Barbara Hindahl – Mannheim / Yaacov Agam - Tel Aviv /
In der diesjährigen Ausgabe der Offenen Ateliers kooperiert THE WRONG PLACE (Thomas Schoenberger) mit Maquis Mami Wata (Stefan Wäldele) im Rahmen der Ausstellung INITIAL.
Die Zusammenarbeit ist als Dialog zweier kuratorischer Ansätze angelegt. INITIAL bündelt bestehende Arbeitsbeziehungen von Maquis Mami Wata zu Künstler:innen in Europa und Afrika und führt sie erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung zusammen. Im Fokus stehen kultureller Austausch und die Verbindung unterschiedlicher Kontexte – von Berlin bis Ouagadougou – mit institutioneller Verankerung in Mannheim. Ausstellen wird als strukturelle Arbeit an Netzwerken und Kooperationen verstanden. Zudem thematisiert das Projekt autodidaktische künstlerische Praxen, die außerhalb staatlicher Akademien und privater Ausbildungsstrukturen eine eigene Sichtbarkeit entwickeln.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18,
68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen
(58) Ümmühan Türk

Mixed Media
Bevor etwas zur Form wird,
ist da ein Flirren, ein Erinnern.
Ich arbeite mich durch das Weiche,
durch das Widerständige,
bis Geschichten auftauchen,
die sonst verschwunden wären.

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18A, 68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen
Yuan (59)


Malerei, Video
Xiaoye Huang, auch bekannt als Yuan (da ihr künstlerischer
Name „Xiaoye“ für nicht-chinesische Sprecher*innen schwer
auszusprechen ist), ist eine bildende Künstlerin, die mit Mixed
Media arbeitet. Ihre Praxis bewegt sich zwischen Konzept und
Intuition, wobei die erste Inspiration häufig vom Material ausgeht.
Sie interessiert sich besonders für metaphysische Perspektiven.
Von Schlüsselbegriffen wie Zeit, Wahrnehmung, Zeitlichkeit,
Spiritualität und Materialität lässt sie sich lose in ihrer Arbeit leiten.
Unsicherheit nimmt sie bewusst an und arbeitet ohne festgelegte
Position - spielerisch baut sie sich so ihre eigene Welt auf und
tastet sich zu Momenten von Gewissheit vor.
Ihre Arbeiten wurden regional wie international ausgestellt, unter
anderem in Kopenhagen, Enschede, Hamburg und Shanghai.
Aufgewachsen während der Öffnung Chinas, studierte sie in
Peking. Heute lebt sie in Heidelberg und arbeitet in Mannheim..

Atelier-Adresse:
Atelierhaus Güterhallenstr. 18A, 68159 Mannheim
ÖPNV:
Bus: 62, Haltestelle Gerd-Dehof-Platz
Straßenbahn: 6 - Haltestelle Handelshafen






